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Allgemein01. Februar 2026FWVS Redaktion

Notfallkontakte bei der Feuerwehr - Ein oft vergessenes, aber wichtiges Thema

Warum aktuelle Notfallkontakte für jedes Feuerwehrmitglied wichtig sind und wie Sie dieses sensible Thema in Ihrer Wehr ansprechen können.

Ein Thema, das niemand gerne anspricht

Bei der Feuerwehr sprechen wir viel über Einsatztaktik, Ausbildung und Technik. Doch es gibt ein Thema, das oft in den Hintergrund gerät, obwohl es im Ernstfall von entscheidender Bedeutung sein kann: die Notfallkontakte unserer Kameradinnen und Kameraden.

Es ist ein Thema, über das niemand gerne nachdenkt. Und doch gehört es zur Realität unseres Dienstes, dass bei Übungen und Einsätzen Unfälle passieren können. Zum Glück sind schwere Zwischenfälle selten - aber genau diese Seltenheit führt dazu, dass wir manchmal vergessen, uns darauf vorzubereiten.

Die besondere Situation der Freiwilligen Feuerwehr

Bei der Jugendfeuerwehr und Kinderfeuerwehr ist die Situation meist klar: Die Erziehungsberechtigten sind bekannt, ihre Kontaktdaten liegen vor, und im Notfall wissen alle, wen sie anrufen müssen.

Doch wie sieht es bei der Einsatzabteilung aus? Unsere erwachsenen Mitglieder leben in unterschiedlichen Situationen:

  • Manche leben allein
  • Andere haben Partner oder Familie
  • Einige sind neu in der Gemeinde und haben noch wenig lokale Kontakte
  • Wieder andere haben komplexe familiäre Verhältnisse

Wer sollte benachrichtigt werden, wenn etwas passiert? Wer ist die Vertrauensperson, die als erstes informiert werden möchte? Das sind Fragen, die wir im normalen Dienstbetrieb selten stellen - und im Ernstfall keine Zeit haben zu klären.

Warum aktuelle Notfallkontakte so wichtig sind

Stellen Sie sich vor, es passiert etwas bei einem Einsatz oder einer Übung. In einer solchen Situation zählt jede Minute - nicht nur für die medizinische Versorgung, sondern auch für die Menschen, die zu Hause warten.

Aktuelle Notfallkontakte ermöglichen:

  • Schnelle Benachrichtigung der Angehörigen - Sie erfahren es von der Wehr, nicht aus den Nachrichten oder vom Hörensagen
  • Die richtige Person wird informiert - Die Person, die das Mitglied selbst ausgewählt hat
  • Wichtige medizinische Informationen können weitergegeben werden, falls bekannt
  • Emotionale Unterstützung kann schneller organisiert werden

Das Thema sensibel ansprechen

Wie spricht man ein so ernstes Thema an, ohne Ängste zu schüren? Hier einige Gedanken:

Normalität schaffen

Notfallkontakte zu hinterlegen sollte so selbstverständlich sein wie das Ausfüllen eines Aufnahmeantrags. Es ist keine Vorbereitung auf das Schlimmste, sondern einfach gute Organisation - wie auch der Sicherheitsgurt im Auto oder der Rauchmelder zu Hause.

Regelmäßige Aktualisierung einplanen

Menschen ziehen um, Beziehungen ändern sich, Telefonnummern wechseln. Eine jährliche freundliche Erinnerung, die eigenen Notfallkontakte zu überprüfen, sollte zur Routine gehören.

Vertraulichkeit gewährleisten

Die Daten sind sensibel und sollten entsprechend geschützt sein. Nur wenige ausgewählte Personen - etwa die Führungskräfte - sollten im Bedarfsfall Zugriff haben.

Was gute Notfallkontaktdaten beinhalten

Für jeden hinterlegten Kontakt sollten folgende Informationen vorliegen:

  • Name und Beziehung zum Mitglied (Partner/in, Eltern, Geschwister, enger Freund...)
  • Aktuelle Telefonnummer - idealerweise Handy für schnelle Erreichbarkeit
  • Alternative Nummer falls die erste nicht erreichbar ist
  • Hinweise zur Erreichbarkeit (z.B. "arbeitet im Schichtdienst, tagsüber besser SMS")

Manche Wehren erfassen zusätzlich:

  • Bekannte Allergien oder wichtige medizinische Hinweise
  • Hausarzt-Kontakt
  • Blutgruppe (falls bekannt)

Ein Zeichen der Fürsorge

Das Erfassen von Notfallkontakten ist letztlich ein Zeichen der Fürsorge. Es zeigt, dass wir als Feuerwehr nicht nur im Einsatz für andere da sind, sondern auch füreinander.

Wir hoffen alle, dass diese Daten nie gebraucht werden. Aber sollte der Fall eintreten, sind wir vorbereitet - und können in einer schweren Stunde zumindest dafür sorgen, dass die richtigen Menschen schnell informiert werden.

Praktische Umsetzung

Moderne Verwaltungssoftware wie das Feuerwehr Verwaltungssystem (FWVS) ermöglicht es, Notfallkontakte sicher und DSGVO-konform zu hinterlegen. Die Daten sind geschützt, aber im Bedarfsfall schnell abrufbar.

Sprechen Sie das Thema bei Ihrer nächsten Dienstversammlung an. Nicht dramatisch, nicht beängstigend - sondern als das, was es ist: ein wichtiger Teil unserer Fürsorgepflicht füreinander.


Dieser Artikel soll zum Nachdenken anregen und einen Anstoß geben, das Thema Notfallkontakte in Ihrer Wehr zu besprechen. Jede Feuerwehr ist anders, und Sie kennen Ihre Kameradinnen und Kameraden am besten.

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